Interview mit einem WiKa

WiKa

WiKa auf Bilderjagd

So, wir haben Euch lange genug auf die Folter gespannt. Hier ist der Knabe, der die Teilnehmer unseres Bilderrätsels in (gefühlt) Sekundenschnelle um Ihren Gewinn gebracht hat: Sein Name ist WiKa! Eigentlich sieht er gar nicht so fies aus, der großgewachsene ruhige Zeitgenosse in den 50ern mit seiner sanften Stimme und dem leicht verschmitztem Blick. WiKa ist ein Künstler-Akronym, seinen bürgerlichen Namen wollen und brauchen wir nicht zu nennen, da er als WiKa seit Langem schon im Netz aktiv ist. Kennengelernt haben wir diese Mischung aus komischen Vogel und Höckertier in der Fun-Enzyklopädie „Kamelopedia“, wo wir uns als Autoren über den Weg liefen. Heute ist WiKa vornehmlich für sein eigenes Projekt „qpress“ aktiv. WiKa also hat diesen Bericht über sich selbst gewonnen! Da er mehr über sich weiß als wir, lassen wir ihn am besten selbst zu Wort kommen in diesem Interview.

Stefmarian: Nenn‘ uns doch mal ein paar Stichworte zu Deiner Person.
WiKa: Die meisten meiner vier Jungs sind schon groß, sodass man sich auch nicht mehr wirklich um Haustiere bekümmern muss, außer vielleicht die Stubenfliegen und die Mücken, aber wem sollte ich da noch was zur Behandlung dieser Kreaturen vermitteln wollen.
Neben den täglichen „Frischluftzeremonien” (Spazierengehen) ist das größte Hobby neben der Schriftstellerei sicherlich die Fotografie oder besser gesagt die Bildverdrehung und -bearbeitung.
Ich lebe eine spartanische Lebensweise. Sie hat mich ein Menge gelehrt und auch wieder den nötigen Respekt vor dem Leben bekommen lassen.

Mit „Haustiere“ meinst Du jetzt aber nicht Deine Fantastischen Vier? 😉
Nun, die Kinder als Haustiere bezeichnen zu wollen, wäre ja gegenüber den eigenen Rackern schon reichlich respektlos. Nein vielmehr deren Haustierwünsche, die man gottlob abbügeln konnte, weil es in der Stadt aus meiner Sicht ohnehin keine artgerechte Tierhaltung geben kann. Ich bin bekanntlich auf einem Hof groß geworden, und da gab es noch mal einen ganz anderen Umgang mit Tieren. Den gibt es heute in der Landwirtschafts-Industrie auch nicht mehr.

Mit Schriftstellerei ist die Arbeit an Deinem Blog gemeint?
Ja, zweifelsohne, das Flaggschiff qpress , aber auch viele andere Blogs, die ich vornehmlich technisch betreue, manchmal auch inhaltlich.

Bei qpress landen auch viele Deiner „Bildverdrehungen“. Was ist die Motivation hinter Deinem Blog, wen und was möchtest Du erreichen?
Bei qpress geht es dem Grunde nach nur darum, den Leuten die aktuellen Inhalte und Informationen unter einem anderen Blickwinkel zu präsentieren. Der Mainstream ist nicht nur falsch, sondern auch ätzend langweilig und indoktrinierend. Das schreit nach einem Gegengewicht – mittels Satire, Sarkasmus und nicht selten einen Schuss Zynismus. Es ist inzwischen amtsbekannt, dass man im Kabarett brauchbarere Informationen bekommt als bei den Nachrichten der GEZahlten Propagandasender.

Nenne die drei positiven Eigenschaften, die Dich am Treffendsten beschreiben:
Geduld, Einfühlungsvermögen, Kreativität

…und jetzt mal drei typische Eigenschaften, die Dich echt an Dir nerven:
Der Erbsenzähler und Korinthenkacker, der Hang zur Unordnung, diese Prokrastination bis zum „Get no”

Bleiben wir bei Drei – Deine drei Wünsche für eine bessere Welt:
Alle sind gleich – sie sollten alsbald mal gleich sein!
Ein Wirtschaftssystem und Lebensmodell welches ALLEN Menschen gerecht wird
Mehr Spiritualität unter den Menschen

…und für Dich persönlich:
Eine kleine Hütte irgendwo mitten auf dem Lande
Eine passende Partnerin, wenn das in dem Alter noch geht
Auch weiterhin „grundlos glücklich“ zu sein

Du wünscht der Menschheit mehr Spiritualität. Spiritualität reicht ja vom Respekt vor der Existenz über Kruzifix-Fetischismus, Selbstkasteiung, Chemtrails und Aluhüten bis hin zu „Mir ist ’n Waschlappen vom Haken gefallen – was will mir das sagen?“ Was ist Spiritualität für Dich?
Ich versuch es mal:
Anfang Zwanzig stand ich vor der Entscheidung, ob ich diesen Planeten verlassen will oder ob ich noch hierbleibe. Hab‘ das mathematisch gemacht. Es gab für mich zwei Möglichkeiten: a) Sargdeckel zu, alles vorbei und b) Ich war, ich bin, ich werde sein (Goethe lässt grüßen).

Ich habe mich letztendlich für b) entschieden, allerdings nicht ohne simple Gegenprobe:
Hätte ich mich für a) entschieden, hätte ich natürlich wie eine elende menschliche Sau – ohne Rücksicht auf Verluste und andere Menschen – einfach „ausleben“ können. Ich hätte dann nicht den Bruchteil einer Sekunde Zeit gehabt, es zu bereuen. Sollte sich dann im Nachhinein b) als richtig rausstellen, stünde es ziemlich mies um einen, sollte man bei seiner Beerdigung dann neben seinem Sarg stehen. Natürlich erfordert b) erheblich mehr Weit- und Umsicht und noch viel mehr, aber das ist es mir persönlich wert, weil ich inzwischen davon ausgehe, „unkaputtbar” zu sein.
Meiner Meinung nach waren wir nie toter als heute – und da freue ich mich doch mal auf die Rückkehr ins ewige Leben, wenn wir diese „Holodeckerfahrung” beenden und uns auf die nächste Abenteuerreise vorbereiten.
Wenn ich Gott sehen will, dann schaue ich in den Spiegel. Das könnte ich genauso mit dem Teufel machen, aber ich entscheide mich ja jeden Morgen wieder, was ich dort im Spiegel sehen will. Der freie Wille ist unser höchstes Gut. Mit Gott habe ich demzufolge rein gar kein Problem, auch mit Jesus als Person nicht, wobei er mir als Prinzip lieber und eingängiger ist.
Hoffe hier so ansatzweise rüberbekommen zu haben, was ich nunmehr mit Spiritualität meine. 😎

Was war das Verrückteste, das Du jemals gemacht hast?
Mit dem Auto von Deutschland in den Libanon zu fahren! Ich, gerade mal 22 Jahre alt geworden, musste mir halt gerade mal den Kopf freiblasen. Das korrespondierte mit meiner Grundlagenentscheidung, von der ich gerade erzählt habe. Ich war mit mehreren Leuten unterwegs, die haben aber alle in meinem weiteren Leben keine zentrale Bedeutung. Wir haben nebenher einfach noch ein paar Fahrzeuge mitgenommen und da unten vertickert. Dann gab es dort den besten „roten Libanesen” und wir waren jeden Tag voll bekifft. Das Besondere war am Ende wohl tatsächlich meine Grundsatzentscheidung in einer schweren Zeit, die ich dann im Libanon fällte.

Wie kann man einen WiKa so richtig beeindrucken?
Das kommt jeweils auf den Moment, die Situation und die Personen an, da gibt es keinen Standard. Und wenn ich es selber wüsste, wäre es auch nicht mehr beeindruckend.

Mit welchen Leuten umgibst Du Dich am liebsten?
Mit liebenswerten Leuten, mit denen ich in weiten Teilen die oben erwähnten Eigenschaften teile. Leuten, die eine positive Ausstrahlung haben, die innerlich wissen: „Alles wird gut”!

Welche Situation wünschtest Du Dir, um Dich mal so richtig unfassbar gigagroßartig zu fühlen?
Ohne Fluggerät fliegen zu können! In Gedanken geht das schon, nur praktisch scheint es da derzeit noch Grenzen zu geben.

Welche/n VIP würdest Du gerne persönlich kennenlernen?
Den Kabarettisten Georg Schramm.

Welches Tier ist von seiner Mentalität oder Lebensweise her wohl das WiKa-ähnlichste?
Im Großen und Ganzen das Nashorn, im Detail das Kamel und sternbildlich der Skorpion in Reinkultur (Skorpion Aszendent Skorpion).

Was würdest Du gern mal machen oder ausprobieren?
Ein Jahr lang mit einem großräumigen Wohnmobil durch Westeuropa tingeln.

Was ist Dein Lieblingsort zum Auftanken
Jede schöne Landschaft/Natur mit Charisma. Landschaften haben Schönheit, Anmut und Ausstrahlung, aber auch das Gegenteil, deshalb Ersteres.

Ergänze diesen Lückentext:
Ich bin ein [DENKER] und werde [ZUM ELCH], wenn [ICH FESTSTELLE, DASS MEIN GEGENÜBER GENAU DAS NICHT ZUT].
[GEWALT] kann ich gar nicht leiden, aber [INTERESSANTE UND IMPULSIVE MEINUNGSAUSTAUSCHEREI] umso mehr.
[TECHNIK] fällt mir leicht, [HAUSARBEIT] ist schon etwas schwieriger.
Bei [GOTT] geht mir das Herz auf.
Mit [GEISTLOSEM ZEUGS] kann ich gar nichts anfangen.
Wenn [ICH] nicht wäre, dann wärt [IHR ALLE NICHT DA]. 😉
[LANGEWEILE] langweilt mich.
[GUTE MUCKE] spornt mich an.
Am meisten freut mich [DASS ICH BIN – UND MITSPIELEN DARF]!

Zu guter Letzt: Was möchtest Du gerne noch loswerden / im Blogbeitrag lesen oder besonders betont wissen?
Ich wünsche mir einfach eine bessere Welt, die erkennt, dass wir derzeit gerade völlig auf dem Holzweg sind und uns neue Formen des sozialen Zusammenlebens erschaffen müssen, weil es sonst für unsere Kinder noch übler wird als derzeit für uns. Damit meine ich die Rückkehr zu größeren sozialen Strukturen. Wir brauchen langsam wieder so etwas wie Familien. Muss ja nicht Verwandtschaft sein, kann ja auch eine Wahlfamilie sein. Das Ganze dann vielleicht noch mit mehr Bewusstheit, Achtsamkeit und Respekt gegenüber Mensch, Kreatur und Mutter Erde ausgestaltet, dann könnte es was werden mit der Zukunft der Menschheit. Die letzten Jahrzehnte wurde „von oben” genau auf das Gegenteil hingearbeitet, die Zerschlagung aller sozialen Strukturen, damit die Menschen lenkbarer und einfacher zu knacken sind.
Mein Motto der letzten Monate – und ich hoffe auch für den Rest des Lebens – ist: „GRUNDLOS GLÜCKLICH“ sein! Ich kenn zu viele Leute die einfach grundlos unglücklich sind, da erscheint mir diese Variante erheblich gesünder. Ich merke es Tag für Tag und kann manchmal sogar andere Leute damit infizieren.
Übrigens: Ich bewundere Euch Beiden, wegen euerm Interesse an Menschen und natürlich auch wegen dieser herzhaft schrägen Art, die mir persönlich zeigt, dass ihr das Leben auch etwas entspannter nehmt. 😉

Oh, jetzt werden wir aber rot! – Vielen Dank, lieber WiKa für das Interview und das schöne Kompliment zum Schluss.
Ja, ich denke das war’s dann soweit erstmal. Bekomme ich dann so eine Art Psychogramm? 😛

Okay, Leute, DIESER „WiKa“ also hat Euch den Gewinn vor der Nase weggeschnappt! Doch kann man sooooo einem Charme-Bolzen noch böse sein? Wir danken WiKa für die interessanten Einblicke.


↑ Den Inhalten jenes Blogs stehen wir z.T. kritisch gegenüber.

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2 Gedanken zu „Interview mit einem WiKa

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