Das Facebook, das Bretterpenne und das Übersoldat

Facebook nötigt mit penetranten Mitteilungen, das eigene „Profil“ mit Daten zu ergänzen. Es will wissen, was man schafft, wo man zur Schule, was man alles für Interessen und so ne Dinge, ob und welche Bücher man liest, wo man sich aufhält etc. Letzteres posaunt es gern auch ungefragt heraus, gepetzt wird das z.B. von der IP-Adresse des Rechners, dem GPS des Handys und so. Leider sind die Ortsdaten derzeit noch zu ungenau, um etwa zu rekonstruieren, wie oft und wie lange man sich z.B. auf Toilette aufgehalten hat, sonst würde Facebook das garantiert auch der Welt mitteilen. Wahrscheinlich könnte man dann bei jedem Nutzer ne schicke Grafik anklicken – mit Filtermöglichkeit nach großen und kleinen Sitzungen.

An die Daten, die Facebook nicht von seinen elektronischen Helfern gepetzt bekommt, will es auf jeden Fall auch – und da wird es nicht müde, überall rumzublinken und Angaben einzufordern. Die braucht Facebook, um diese Profildaten zu verkaufen und auch, um selbst Werbung für seine Auftraggeber gezielt zu platzieren. Ganz zu schweigen von der Sache mit Geheimdiensten und gläsernen Bürgern, für das sich solche Plattformen bestens anbieten. Das aber nur nebenbei, ist nicht so wichtig, denn da glaubt ohnehin keiner dran, weil es allzu ungeheuerlich klingt, auch wenn unsere Volksvertreter (die heißen so, weil sie das Volk wegtreten, um alles unter sich auszumachen) darüber schwadronieren und da irgendwas für uns entscheiden oder schon entschieden haben, nicht so wichtig – außerdem sagen die ja auch, das ist alles gar nicht schlimm.

Egal, zurück zum Thema. Wir waren ja gerade dabei, wie die harmlosen Daten so gesammelt werden. Wenn man also irgendwann mürbe wird…, man zum hundertsten Mal rote Hinweise „Du hast Deine Profildaten lange nicht ergänzt. Ergänze jetzt Deine Profildaten.“ weggeklickt hat, dann ist man irgendwann soweit… Jaaa, auch das Stefmarian hat ergänzt, wo es zur Schule gegangen ist. Es tat das wie in Trance. Und mit einmal ploppt da so ‘n Fenster hoch:

Das Facebook will wissen: „Wer ist noch auf das Bretterpenne gegangen?“

Das Facebook will es wissen.

Das Facebook fordert zu wissen „Wer ist noch auf das Bretterpenne gegangen?“. Das Stefmarian ist bestürzt. Es soll Leute denunzieren, die davon nichts wissen, damit die dann auch genervt werden. Das Bretterpenne… Das erinnert an „das Übersoldat“ aus dem alten Computerspiel „Return to Castle Wolfenstein“ (bis 0:43 gucken reicht, danach halt Rumgeballere):


Das Stefmarian erwacht aus der Trance, klickt das Popup-Fenster weg, eliminiert „das Bretterpenne“ aus dem Profil. 😎

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