Paris, Beirut, Scharm-El-Scheich

Wir trauern um die Opfer der feigen Massenmörder von Paris. Um die Opfer der Selbstmordattentäter von Beirut. Um die Opfer des mutmaßlichen Bombenangriffs auf den Flug von Scharm-El-Scheich nach Sankt Petersburg. Um die Opfer des täglichen Terrors und Mordens von Bagdad, von Syrien, von Afghanistan, dem Jemen, von Mali, von Eritrea. Wir trauern um alle Opfer von Gewalt und Terror.

Was ist das für eine Zeit? In der Menschen im Namen der Religion einen schrecklichen Massenmord begehen und damit die Namen aller wahren Gläubigen in den Dreck ziehen? In der Staaten im Namen der Demokratie und des Friedens andere Länder mit Chaos und Krieg überziehen? Und in der manche Politiker und Hetzredner nichts Besseres zu tun haben, als das Andenken der Opfer von Paris zu besudeln, indem sie sie für ihre eigenen Propagandazwecke missbrauchen?

Was kann man tun in dieser Zeit, um nicht in Verzweiflung zu versinken?

Frieden kann man bekanntlich nur durch mehr Miteinander, nicht Gegeneinander erreichen. Nur wenn wir alle Menschen, die bei uns sind und die zu uns kommen, mit offenen Armen statt mit geballten Fäusten empfangen, wenn sie sich willkommen, wertgeschätzt und gebraucht fühlen statt gehasst und überflüssig. Nur dann werden sie mit uns gemeinsam für eine friedliche, demokratische, tolerante Gesellschaft und gegen die Rattenfänger und Hassprediger aller Seiten eintreten. Nur so werden wir als Gesellschaft die Möglichkeit haben, auf Dauer friedlich zusammenzuleben, statt in Angst voreinander.

Für uns beide persönlich bedeutet es, dass wir uns noch stärker als bisher für die Schwächsten und Ärmsten engagieren werden, um diesen Weg zu beschreiten.

Es wird ein langer, schwieriger Weg, den jeder einzelne von uns mitgehen muss. Auf dem jeder einzelne tun muss, was er in seinem Bereich tun kann. In dem jeder einzelne geben muss, was er entbehren kann – etwas von seiner Zeit, seinem Geld, seiner Liebe.

Du kannst mitmachen. Du musst mitmachen. Zeige den Menschen, die weniger haben als Du, ja oft weniger als Nichts haben, dass sie sich auf Dich verlassen können. Steh auf gegen diejenigen, die den Hass schüren. Sage den Menschen in Deiner Umgebung, deinen Freunden, deinen Kollegen, deiner Familie, den Menschen, die sich von den Angstmachern und Demagogen einlullen lassen, statt ihre Empathie und Menschlichkeit zu zeigen – sage ihnen laut und deutlich und standhaft Deine Meinung und überzeuge sie, dass der Weg der Angst, des Hasses, der Abschottung und der Ausgrenzung der falsche Weg ist.

Wir sind Paris. Wir sind Beirut. Wir sind Scharm-El-Scheich. Wir sind jeder Ort auf dieser Welt, an dem Menschen in Frieden miteinander leben wollen und nicht gelassen werden.

Wir sind traurig. Wir handeln.

Advertisements

2 Gedanken zu „Paris, Beirut, Scharm-El-Scheich

    • Danke. Handeln ist so wichtig. Es muss kein Opfer sein, ein wenig Zeit, ein wenig Geld zu investieren. Man bekommt viel zurück, sofern genug Helfer da sind und man nicht völlig überlastet ist. Wir helfen manchmal am Hauptbahnhof mit, wo Privatleute das leisten, was Stadt und Staat versäumen, wo die Menschen bei einem Tee und etwas zu essen ein wenig auftanken, erste Hilfe erhalten oder eine Schlafstatt geboten bekommen, bevor sie weiterreisen. Man kann aber auch einfach mal zusammen eine gute Zeit haben, wie wir sie kürzlich auf einer Stadterkundung mit Refugees hatten. Davon hatten wir hier berichtet: Fluch/t

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.