Weihnachtsbaum-Rachetraum

❤ ❤ ❤

Immer im Jahr zu dieser Zeit
ist es wieder und wieder soweit.
Der Pöbel, der ist abgelenkt
und überlegt, was man wem schenkt.

Da kommen sie mit dem Hackebeil,
vor Eifer zitternd, schon ganz geil.
Die Motersäge wird angeschmissen.
Nun hat das Bäumchen ausgeschissen!

Die Bäume, sie zittern und weinen.
Zum Fliehen fehlt es an Beinen.
Die Schreie sind für Menschen stumm.
Und wieder fällt ein Tännchen um.

Große Furcht packt den kleinen Tann,
der sich vom Grau’n nicht wegdreh’n kann.
Sie haben seine Liebste umreiht,
die, um ihn zu schonen, nicht einmal schreit.

Der Schlächter holt aus mit der großen Axt,
Doch schau! Sein Schädel ist zerknackst!
Die Kleine hat plötzlich den Ast bewegt
und – ZACK – den Bösewicht erlegt!

Wie hast Du, Süße, das gemacht?
„Ich hab gar nicht nachgedacht!
Wo ein Wille, da ist Macht!
Ich hab einfach – SO – gemacht!“

Und wieder fällt ein Mensch in Stücke,
bevor er voller Gier und Tücke
ein Nadelhölzchen morden kann!
Heut sind die Bäume einmal dran!

Eine neue Zeit ist angebrochen.
Was fleuchte oder kam gekrochen,
wird plötzlich stark und mächtig,
und der Giermensch wirkt bedächtig.


RachetraumWeihnachtsbaum
Das Gedicht wurde erstmals veröffenticht in der Kamelopedia als hoffnungsfrohe Antwort auf das nachdenkliche Gedicht eines Mitkamels.

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3 Gedanken zu „Weihnachtsbaum-Rachetraum

    • Die von Dir verlinkte Kurzgeschichte ist leider nicht vollständig zu lesen. Offenbar handelt sie von Gegenständen, die ein Eigenleben und vielleicht sogar ein Ichbewusstsein besitzen. Also noch obskurer als das Gedicht! Bäume sind ja immerhin Lebewesen, auch wenn wir sie zu den Pflanzen zählen, denen wir gewöhnlich weder Gefühle noch ein Ichbewusstsein zutrauen. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass sie sich uns nicht auf eine für uns eingängige Weise mitteilen. Dass – mindestens bestimmte – Pflanzen auf Reize reagieren können, hat man allerdings bereits nachweisen können. 🙂

      • Sie kommunizieren miteinander, warnen sich gegenseitig vor Gefahren erzeugen Töne in für uns nichthörbaren Frequenzen.. Vor zwanzig Jahren noch, hat man z.B. Menschenaffen oder Rabenvögeln noch jegliches Eigenbewußtsein abgesprochen… Die gelinkte Kurzgeschichte erzählt davon, wie sich durch den Menschen genutzte und auch mißbrauchte „Dinge“ fühlen und sich anfangen zu wehren. Weil Menschen aber in ihrem „Homozentrismus“ gefangen sind, verstehen sie die Anzeichen und Warnungen lange nicht.. Die Geschichte hat übrigens ein sehr überraschendes Ende..Ich mag sie sehr, da sie für mich eine sehr schöne Metapher ist, wie wir Menschen mit Dingen umgehen, die uns geschenkt und anvertraut sind..Schade, dass man sie nicht ganz frei lesen kann..;(

Ein Gedanke von mir:

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