Das Schweigen der Ferkel

Das gibst Du täglich in Auftrag, an der Supermarktkasse, im Restaurant, in der Mensa, in der Kantine:


Wie hältst Du das aus? Findest Du das richtig? Oder machst Du es blind, weil es jeder macht und es Dir so antrainiert wurde? Hast Du den Respekt und die Verantwortung, hinzusehen, was Du da beauftragst? Oder spielst Du „Weil ich es nicht sehen will, habe ich damit nichts zu tun.“? Wie war das mit der Matrix nochmal? Findest Du es nur theoretisch schlimm und praktisch unterstützt Du es? Oder probierst Du einen Weg jenseits Deiner Konditionierung aus, ohne den von vornherein als zu schwierig oder zu sonstwas abzutun? Antworten bitte an das Selbst richten.

Millionen Ferkel werden umgebracht und weggeworfen, weil Menschen Fleisch essen. Anzeigen wegen der Tötungsmethode oder politische Debatten darum lenken davon ab, dass hier, nur, weil es zu teuer ist, die Kleinen aufzupäppeln, millionenfach getötet wird. Züchten mit dem Wissen, dass die Geborenen zum Teil direkt getötet werden. Das ist einfach krank. (Jürgen Foß, Vorstandsmitglied ARIWA)

Für den Verzehr ihrer Körperteile werden um die 60 Millionen Schweine eingesperrt und umgebracht. In Deutschland. Pro Jahr. Die meisten dieser intelligenten sensiblen Vierbeiner vegetieren in Großmastbetrieben dahin, in denen sie sich kaum bewegen können und durch die Langeweile, die Bewegungsarmut und den Stress verrückt werden. Zu den dortigen Zuständen gibt es zwar Unmengen an Belegen, doch sie nutzen nichts. Die Zustände sind gesetzeskonform und werden auch gar nicht bestritten. Was bei „Haustieren“ als Tierquälerei geahndet würde, das gilt für „Nutztiere“ nicht. Wegen der laschen Bedingungen in Deutschland stehen hier auch Mastanlagen ausländischer Firmen. Wo es um Profit geht, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke – jedenfalls seitens Wirtschaft und Politik. Nur der Einzelne hat es in der Hand.

Header: Gemeinfreies Motiv von Petr Kratochvil

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4 Gedanken zu „Das Schweigen der Ferkel

  1. Sehr gut geschrieben und sehr wahr. Und was ist die Konsequenz daraus? Wenn wir ethisch handeln wollen, dann heißt das: kein Fleisch mehr essen. Und wenn wir uns anschauen, was in den Milchbetrieben los ist (nämlich genau dasselbe) dann heißt die letzte Konsequenz: keine Tierprodukte mehr.
    Denn wir haben in der Hand, ob in unserem Auftrag weiterhin milliardenfach gemordet wird.

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Exakt! Es erheben sich zum Glück immer mehr Menschen aus dieser grausamen Scheinwelt. Das Allerwichtigste ist, überhaupt erst einmal hinzuschauen und dabei ehrlich zu sich selbst zu sein, damit man begreift und seine Möglichkeiten erkennt. Die von Dir angesprochene Sache mit der Milchindustrie und des damit verbundenen erheblichen Leids sowie deren direkte Verbindung zur Fleischindustrie erschließt sich vielen Menschen erst, wenn sie soweit aufgetaut sind, dass sie erste Schritte bereits unternehmen. Was da jeder Einzelne bewirken kann ist immens. DANKE an jeden Menschen, der erste Schritte unternimmt.🐽🐴 Danke für Deinen ebenfalls sehr wahren Kommentar, Jenni, und liebe Grüße vom Doppelwesen STEFmariaAN


  2. zwischenzeitlich sehe ich mich nicht mehr als tierschützer oder umweltschützer. obwohl ich mich bemühe, ganz ohne tierische produkte zu leben,  kann ich mir nicht vorstellen, dass wegen meines konsumverhaltens auch nur ein tier, oder die umwelt geschützt werden können. die lebensmittelindustrie schmeisst einfach alles, was die veganer nicht konsumieren auf den müll, ohne die produktion zu reduzieren (die hälfte aller produzierten lebensmittel landet letztendlich auf dem müll). gerade mal 3 % vegetarier und weniger als 1 % veganer zählt unserere verschwenderische gesellschaft. ich könnte jeden tag  kotzen…….. https://einsiedlerblog.wordpress.com/2016/01/14/warum-ich-kein-veganer-tierschuetzer-oder-umweltschuetzer-sein-kann/

    • Richtig ist, dass das „Produzieren“ und Töten von Tieren die Ausführenden fast nichts kostet. Die Futtermittel kommen billigst aus armen Ländern, die damit Raubbau an Nutzflächen betreiben, während die eigene Bevölkerung hungert, und die diese Flächen durch Urwaldrodung immer weiter ausdehnen. Zudem fließen haufenweise Investitionen aus unseren Steuergeldern in die hiesige Qual- und Mordmaschinerie. Da fällt es wenig ins Gewicht, Lebewesen und daraus gewonnene Produkte über zu produzieren und ggf. wegzuschmeißen.

      Die verbleibenden Kosten jedoch, werden auf das Endprodukt draufgeschlagen – und das soll sich dann schon verkaufen. In Deutschland tut es das aber sukzessive immer weniger. Und das hat immer mehr Auswirkungen. Deshalb werfen sogar jetzt Fleischmarken vegane Produkte auf den Markt, mutmaßlich um 1. auch von diesem Markt zu profitieren und 2. um vegane Konkurrenz auszuhöhlen. Natürlich wird ungebrochen fleißig weiter totes Tier exportiert und da ist auch leider der Zenit noch nicht erreicht, doch auch in anderen Ländern wächst das Bewusstsein für Ethik und für Umwelt- und Ressourcenschutz mit Fokus auf das zentralen Problem, auf die „Nutztier“-Industrie. Langfristig also bewegt sich was zum Guten – und das ist definitiv spürbar. Es ist nur die Frage, ob schnell genug und diese Angst ist begründet.

      Es ist auch nicht nur so, dass man durch bewusstes Handeln selber weniger Schaden anrichtet, sondern es regt auch andere zum Nachdenken an, die dadurch vielleicht ebenfalls etwas zum Besseren verändern, auch wenn es für einen selbst nicht immer sofort sichtbar ist.

      Danke für Deinen Kommentar. Es ist manchmal schwer, das Kotzen zurückzuhalten und noch das Gute zu erkennen. Oft geht es mir genauso. Deinen Artikel nehme ich mir nachher in der Bahn vor. Liebe Grüße Maria (das halbe Stefmarian)

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