Skifahren im Erzgebirge

’s hot zwaa stackendürre Baa un en huhlen Leib,
zieht bedachtig an dr Pfeif zu sen Zeitvertreib.
Hot e fei schies Gackel a, of’n Kup en Hut,
ober Maul un Noos sei schwarz, weil’s viel dampen tut.
(’s Raachermannl, Lied von Erich Lang)

Oh, romantisches Erzgebirge! Du bist der Stoff, aus dem die Träume sind. Dein Charme reicht weit hinaus, hinweg über verschlafene Fichtenwipfel. Den amerikanischen Regisseur Quentin Tarantino bezirztest Du, Dir eine Episode seines Filmdramas „Pulp Fiction“ zu widmen, wo der Charme Deines weißen Winterkleides sich in einem gewissen Zauberpulver lyrisch wiederspiegelt.

Deines Winterkleides hast Du Dich nun gewiss entledigt. Denn es ist Frühling und Du zeigst wahrscheinlich lieber grüne Spitzen. Noch im März hattest Du mit weißer Unschuld kokettiert. Weißt Du noch? Zur vollen Pracht klicke auf die Galerie:

Am Fuße der höchsten Erhebung Sachsens, dem 1.215 Meter hohen Fichtelberg, erreichten wir unser kleines Appartement in der verschlafene Ortschaft Oberwiesenthal, in der die letzte Drogerie dicht machte, als Schlecker pleite ging, wo in nahezu jedem Schaufenster geschnitzte und gedrechselte Englein, Räuchermännchen, Pyramiden, Nussknacker oder kleine Handwerker-Puppenstuben mit kindlicher Liebe aufgebaut stehen, sofern es sich nicht um ein Geschäft für Skibedarf handelt. Zwei Supermärkte residieren diskret etwas außerhalb des Ortskerns.

Obwohl ein bedeutendes Wintersportzentrum ist der Ort mit seinen freundlichen aufgeschlossenen Menschen alles andere als touristisch überflutet und mitnichten bekannt für legendäre Après-Ski-Parties. Somit verirren sich lärmende Horden rückpubertierender Busreisegesellschaften nicht dorthin – eher Romantiker, Naturliebhaber oder ernsthafte Sportler. Selbstverständlich versteht man es dort sehr wohl auch zu feiern und die Leute mit niedlicher Mundart zum Mitmachen zu animieren. Doch überkandidelte Instant-Parties wie in den bekannteren Skigebieten kennt man dort nicht.

Die Gegend mit ihren Fichtenhängen strotzt vor Idylle, nicht nur im Winter. Es gibt wunderschöne Wanderrouten – und eine historische Dampfeisenbahn. Nicht weit vom Ort findet sich ein Besucherbergwerk und auch die Spielzeugmacher-Stadt Seiffen mit ihren Schauwerkstätten und dem Spielzeugmuseum liegt in der Nähe.

Wir allerdings haben ausschließlich den Schnee genossen. Am letzten Tag gönnten wir uns einen Abstecher über die tschechische Grenze, nach Klínovec, um die traumhaften Waldpisten der höchsten Erhebung des Erzgebirges, des 1.243 Meter hohen Keilbergs, zu genießen. Nach einem großartigen letzten Skitag fuhren wir dann nachmittags entsprechend wehmütig gestimmt mit unserem Leihwagen wieder gen Hamburg. Gern hätten wir auf Wiederholung gedrückt und wären noch eine weitere Woche bei Dir geblieben, Sleeping Beauty.

Zum Abschluss ein kleines Suchvideo, aufgenommen am Fuß unseres Haushanges. Wo kommt Maria angefahren?

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4 Gedanken zu „Skifahren im Erzgebirge

  1. Huhu, Höckeres Wesen! Voll schön, Dich zu lesen! Oh, das reimt sich ja! Schon im Märzen war’n wir da! Da war noch alles weiß bedeckt, auch die Wipfel warn versteckt. 😋

Ein Gedanke von mir:

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