Weltmilchtag heute! Krass! Boah!

Hey, gerade erfahren: Heut ist Weltmilchtag. Was’n Kult! Was’n Hype! Also wir schütten die Milch halt in’n Kaffee und gut is. Haben da unsre Yummysorten Hafer- oder Sojamilch und fertig – ohne Gedöhns.

Für uns wird das Thema erst dann allgemein interessant, wenn wir uns daran gemahnen, dass es Leute gibt, die für den gleichen Zweck krankgezüchtete weibliche Rinder einsperren, sie immer wieder schwängern und ihnen dann ihre Frischgeboren wegnehmen, um diese zu Kalbfleisch verarbeiten zu lassen, damit sie den Müttern die für ihren Nachwuchs bestimmte Milch abzapfen können. Diese Leute machen das sogar in solchen rauen Mengen, dass sie das Zeug gar nicht mehr loswerden oder billigst verkloppen müssen. Statt sich dem Markt zu fügen und weniger Tiere zu quälen, schreien diese Leute – noch lauter als die Mutterkühe nach ihren Kälbern – immer mal wieder nach höheren Subventionen und Entschädigungen und geben „dem Verbraucher“ die Schuld an der eigenen Misswirtschaft.

Dass viele der „bösen“ Verbraucher überhaupt noch das von leidenden Müttern gewonnene eiterhaltige wie gesundheitsgefährdende Gesöff in sich reinkippen, ist hierbei jedoch großes Glück für die „Milchbauern“. (In Anführungszeichen, da ein „Bauer“ von der Wortbedeutung her eigentlich jemand ist, der Gemüse und Getreide anbaut.) Glück deshalb, weil die vermeintliche „Wahl“ der von ihnen chronisch beschimpften Verbraucher, Kuhmilch zu trinken, größtenteils nichts weiter ist als das Ergebnis ausdauernder Gehirnwäsche durch Tradition, Werbung, omnipräsenter Verfügbarkeit, Falschinformation – und, Tusch, von Dumpingpeisen (Subventionen sei Dank), die das enorm Ressourcen-verschlingende Qualprodukt nicht im Geringsten wiederspiegeln.

Alles Relevante über „Milchkühe“ in diesem kompakten Video:

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5 Gedanken zu „Weltmilchtag heute! Krass! Boah!

  1. Zeitgleich war Weltkindertag. Wenn man beides verbindet und sich ansieht, was mit einer Kuhmutter und ihren Kindern passiert, damit Menschen Kuhmilch trinken, ist das sehr traurig und sehr zynisch. Davon abgesehen, was man unseren menschlichen Kindern antut mit der vermeintlich „gesunden“ Kuhmilch.

    Pflanzenmilch ist teurer als Kuhmilch, obwohl sie sehr viel weniger Ressourcen verbraucht und im Gegensatz zum Klimakiller No1, der Nutztierhaltung, kaum Klimagase erzeugt. Sie müsste eigentlich deutlich weniger kosten als Kuhmilch. Diese Ungerechtigkeit im Preis kommt dadurch, dass Milch 1. subventioniert wird und dass 2. dafür weniger Mehrwertsteuer erhoben wird, da Kuhmilch als „Grundnahrungsmittel“ zählt und Pflanzenmilch nicht. Eine Frechheit, da man Erzeuger und Kunden so für das Klimabelasten und Tierequälen auch noch finanziell belohnt.

    Man kann frische Hafermilch wohl auch selber machen: 80g Hafer mahlen ODER über Nacht einweichen, und dann zusammen mit 1 L Wasser durchmixen (wer mag zusammen mit ein paar Datteln, ein paar Tropfen Öl und evt. einer Prise Salz), durch ein Seihtuch durchgießen und -pressen. Fertig. Kosten: Unter 30 Cent / Liter. Haltbarkeit: Gekühlt ca. 1 Woche. Hafer und Seihtuch haben wir besorgt, Versuch folgt. 🙂 Wer keinen Mixer hat, kann übrigens einfach Schmelzflocken nutzen (also nicht die zarten oder groben Haferflocken).

    Sojamilch ist wohl etwas aufwendiger: 100g Sojabohnen einweichen, alle 3 Std. Wasser wechseln, nach 12 Stunden spülen und pürieren, dann 4 Tassen Wasser hinzu, 1/2 Std. kochen und immer wieder Schaum abschöpfen. Erst dann durch das Seihtuch pressen. Da lohnt sich die dekadente Anschaffung einer Sojamilchmaschine. Dazu haben wir den Tipp bekommen, dass man sie am besten über chinesische/chinesischstämmige Bekannte bezieht und so dafür weniger als 50 Euro investieren muss. Die im Internet gefundenen kosten mehr als einen Hunni. Wir nutzten bisher nur gekaufte Sojamilch und experimentieren jetzt erst einmal mit selbstgemachter Hafermilch.

    Viele unterschiedliche leckere Pflanzenmilchrezepte finden sich in DIESEM PDF. Das dort beworbene Gerät ist nicht nötig zur Zubereitung. Man kann genausogut ein klassisches Seihtuch oder Nussmilchbeutel nutzen.

  2. Entsprechend § 12 Abs. 2 UStG in Verbindung mit Anlage 2 Nr. 31 UStG („Zubereitungen aus Getreide, Mehl, Stärke oder Milch; Backwaren“) müsste auch Hafermilch dem ermäßigten Steuersatz unterliegen. Im Grunde versucht hier der Gesetzgeber, einen ermäßigten Steuersatz für Lebensmittel aller Art festzulegen; eine Unterscheidung zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln ist nicht Absicht. Falls für Hafermlich 19% verlangt werden (was ich nicht glaube), ist das ein handwerklicher Fehler, den man ansprechen sollte – oder ein Missverständnis.

    • Höckeres Wesen!!!!!! 😃 Yuhuuhh!

      Zum Thema: Ja, es werden für Pflanzenmilch 19% verlangt. Sie darf auch nicht Hafermilch heißen, das sei Verbrauchertäuschung (obwohl ich früher als Laborantin gelernt habe, dass „Milch“ eine Bezeichnung für Öl-in-Wasser-Emulsion ist). Es heißt jetzt Soja-, Mandel-, Haselnuss- oder Hafer“drink“. Der Name verrät also nicht mehr, dass der „Drink“ sich statt Kuhmilch in den Kaffee kippen lässt. Bei diesen Dingen liegt erfolgreicher Lobbyismus im Sinne der Schwächung von Konkurrenzprodukten nahe. Es gab auch eine Petition zur Beendigung dieser Ungerechtigkeit: OpenPetition: Pflanzenmilch bei der Mehrwertsteuer als Grundnahrungsmittel einstufen

      Liebe Grüße Maria

      • OK, das war mir neu. Danke! Trotzdem: wer irgendeine Form von Pflanzenmilch mag, wird sich bestimmt nicht durch blöde Bezeichnungen vom Kauf abhalten lassen. Das ist so wie bei Marmelade (die im Verkauf jetzt Konfitüre heißen muss) und Konfitüre (die jetzt Konfitüre extra heißen muss, damit Bittermarmelade Marmelade heißen darf): kein Schwein kümmert sich mehr darum. Zum Glück. Man kauft, was einem schmeckt.

        Ich stimme aber zu, dass der höhere Preis abschreckt, wenn man neue Käuferschichten erschließen möchte. Im Grunde hilft da nur geschicktes Marketing. Wird die kritische Masse erreicht, wird das auch politisch relevant, und es entsteht Konkurrenz, die den Markt dynamisch macht und vergrößert. Dass die Milchbauern heute mehr politische Kraft im Rücken haben, liegt daran, dass man sie – gemessen an den tatsächlichen Konsumgewohnheiten – einfach braucht, dass es viele sind und dass sie tatsächlich durch die aktuelle Marktlage in Not sind, was ich bedaure. Der Rest ist eine politische Frage, die angesichts der vielen relevanten Faktoren – Esskultur und Tradition, Konsum,Tierrechte, Umwelt, Wirtschaft, Gesundheit, Entscheidungsfreiheit, Subventionen/staatliche Grundaufgaben – alles andere als trivial zu beantworten ist. Letztlich ist die Antwort subjektiv – meine sieht ein bisschen anders aus als Eure, auch wenn ich das, was Ihr beide macht, respektiere und für in sich logisch und konsequent halte. Und natürlich auch für lecker. Irgendwann müssen wir mal den Kochlöffel zusammen schwingen.

      • Danke. Subjektiv ist der Umstand keineswegs, dass dieses Leid erzeugt wird und auch nicht die globalen Schäden durch die Massentierhaltung und die dadurch erzeugte Armut, Wasserknappheit, Krankheit, Bodenvergiftung, Urwaldrodung und Klimabedrohung. Subjektiv ist mehr das Ausblenden. Einer vernünftigen Antwort stehen Marktinteressen im Weg, also Macht nicht Subjektivität. Letztere ist nur ein Mittel zum Zweck, das sich werbestrategisch nutzen lässt.

        Das Leid der s.g. „Milchbauern“ (in Anführungsstrichen, da begrifflich unzutreffend) steht faktisch in keinem Verhältnis zu den Auswirkungen dieser Branche. Für die einzelne Person in der Milch- und somit auch der Fleischbranche mag der Preisverfall ihrer fragwürdigen Produkte als (scheinbares) Schicksal traurig anmuten. Er ist aber hausgemacht. Ich (Maria) komme ja vom Land und habe sogar noch die Zeiten miterlebt, wo es kleinere Höfe mit „Milchkühen“ gab (in Anführungszeichen, weil es eine Zuschreibung ist und kein natürlicher Zustand). Auch damals schon hingen die „Milchbauern“ am Tropf staatlicher Subventionen, maulten darüber, dass sie das Zeug nur zu Dumpingpreisen loswerden und kippten aus Protest „ihre“ Milch weg. Der Milchsee und der Butterberg waren schon damals Dauerthema in den Medien und auch Thema im Gesellschaftskunde-Unterricht. Das Ganze regulierte sich dann mit den Jahren ein kleines Bisschen. Doch dann machte man den Milchbauern Hoffnungen mit ausländischen Märkten, womit man sich gründlich verzockt hat. Man wollte nach Russland und China exportieren und rechnete nicht mit EU-Sanktionen gegen Russland und auch nicht damit, dass die Chinesen jetzt lieber selbst mit der „Milchproduktion“ loslegen statt zu importieren.

        Marktwirtschaft funktioniert nicht so, dass ein Überangebot sich rechnen KANN, wenn es nicht reguliert wird. Damals verschwanden nach und nach viele Milchvieh-Höfe. Die nachfolgende Generation baute oftmals die Stallungen um zu Wohnhäusern, und es entstanden auch mehr und mehr andere Betriebe. Da unsere Gegend einen kleinen Touristenboom erlebte, wurde auch Einiges zu Hotels und Pensionen umgebaut oder statt Kühe Pferde gehalten. Einige Höfe stehen gar nicht mehr. Ich fand damals schade, dass es immer weniger Kühe gab. Damals hatte ich noch nicht durchblickt, was für ein Leid diese „Milchkühe“ zu ertragen hatten. Erstmals eine Ahnung davon bekam ich, als ich als Kind 6 Wochen auf einem solchen Hof verbrachte. Es war einer von den besseren Höfen, wo die Rinder auf die Weide durften. Ich habe die Geburt eines Kalbes miterlebt. Dann aber folgte die Trennung von Mutter und Kind und ich bekam hautnah mit, was das bedeutet. Die Beiden riefen einander – ständig und ständig. Ich fragte warum man sie nicht zusammen lässt und erhielt keine befriedigende Antwort. So oft ich konnte bin ich hingegangen zu dem kleinen Bullen und ließ ihn an meinen Fingern nuckeln, das beruhigte ihn. Einige Tage später dann kam ein Transporter und nahm den lieben kleinen Kerl mit. Er war starr vor Angst und konnte überhaupt keinen Schritt gehen. Die beiden Bauersleute wollten mir nicht sagen, was mit ihm geschieht, und sahen sehr traurig aus. Ich wusste, dass es um etwas Schlimmes ging.

        Hier berichtet auch eine Landwirtin von dieserm „normalen“ Prozess (ab Minute 11, davor berichtet sie Allgemeines zu sich selbst und dass sie ausgestiegen ist und inzwischen vegan lebt):

        Ich selbst dachte nach meinem Erlebnis auf dem Hof, eine Kuh müsste EINMAL ein Kalb bekommen, und dann würde sie für immer Milch geben, solange sie gemolken würde. Später dachte ich, das kann nicht gesund für die Kuh sein. Trotzdem trank ich jahrelang weiter Milch und aß Käse. Als ich erfuhr, dass Kühe dauernd geschwängert werden, dass sie grundsätzlich zeitgleich Milch geben UND ein Kalb in sich tragen und dass ihnen das Kalb dann GRUNDSÄTZLICH genommen und meist kurze Zeit später umgebracht wird, da war ich schon sehr lange erwachsen. Es führte dazu, dass ichs dann sein ließ mit der Milch und daraus hergestellten Produkten. Ich hatte damals aus gesundheitlichen Gründen gerade eine kleine Diät gemacht, bei der man keine Tierprodukte zu sich nahm. Und plötzlich war die Erinnerung an den „Milchhof“ wieder gegenwärtig. Ich fing an zu recherchieren, um zu erfahren, wie das denn nun grundsätzlich ist mit den „Milchkühen“. Danach sah ich mir dabei zu, wie ich mein Leben plötzlich ohne diesen Krempel gestaltete. Ohne dass ich mir es je wirklich vorgenommen hatte, ist es bis heute so geblieben. Das war vor über 8 Jahren. Ich bin glücklich damit, und das sehr. Ich bin erleichtert, dass ich diese Machenschaften nicht mehr unterstütze. Der einzige Wermutstropfen ist, dass ich es erst so spät getan habe.

Ein Gedanke von mir:

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