Hamburger gegen Burkaverbot

Wenn Parteien davon ablenken wollen, dass sie gerade einmal wieder den Kurs verloren haben oder sich in Zwistigkeiten zerfleischen, dann präsentieren sie dem irritierten Volk gern einen Ersatzschauplatz, wo man stark und geschlossen auftritt und genau weiß, was man will. Zur Sekunde ist das das Burkaverbot. Burkas finden die meisten Leute voll strange, weilwegen auf den Werbeplakaten und in der Musikkultur (dem guten alten Euterpop) sieht man doch immer ganz viel Haut, und so gehört das. Die Burka ist der punkig-reaktionäre Gegentrend dazu und deshalb sind Burkas total Björk (oder was auch immer man in die Porzellanschüssel zu brüllen pflegt). Die Politikererer nun, die haben sich den Trend angesehen (82 MILLIONEN PROZENT SIND GEGEN BURKAS!) und wollen nun ein Gesetz machen, das solche unmoderne Kleidung verbietet. Die Mehrheit, die keine Burkas trägt, hätte im Gegensatz zu vielen davor verabschiedeten Gesetzesentwürfen keinen Nachteil davon und hätte den offiziellen Segen, mal so richtig die Sau rauszulassen und mit Pfuifingern auf die zu zeigen, die Burkas tragen – und sie sogar ANZUZEIGEN! Das ist noch besser als Pokemons-Jagen, allerdings ein bisschen schwieriger, weil es viel weniger Burkaträger als Pokemons gibt. Die Betroffenen hingegen fänden das natürlich gar nicht lustig, aber diese suspekten Gestalten kennt man ja nicht persönlich – wo käme man auch hin? Die Politikererer indes wissen: Die Betroffenen fallen wahltechnisch nicht ins Gewicht.

Wir aber, also das Stefmarian, haben trotzdem mit den Betroffenen gesprochen. Es ist nicht leicht, Burkaträger ausfindig zu machen. Ein Volk im Norden, so erfuhren wir, pflegt diese Tradition, und zwar der gemeine Hamburger. Hamburg soll zwar groß sein, ist aber schlecht zu finden, weil es unter einem Wasserfall liegt. Wir sind durch Hamburg geschwommen und haben bei einer Regenlücke drei Exemplare ausfindig machen können. Und die haben auch prompt ihre Meinung kund getan zum Burkaverbot:

Jost

Jost: Was soll man bidde anneres antrecken bei dem Schietwetter?

Beeke

Beeke: Ohne Burka würd ich mir den Dout holn!

Hennes

Hennes: Burkaverbot? Bei dem Wedder? Klei mi an de Feut!

Tja, das rückt die Debatte in ein ganz neues Licht.


Summary: German politicians want to prohibit burqa wearing. This would affect a small minority, although these people do not harm anybody with their style. We, Stefmarian, spoke with these people. This so called „Fischköppe“ (fish heads) live in the very North of germany, in a clammy rainy area called Hamburg, and wear burqa for cultural reasons. We asked them what they think about the planned burqa ban. Here are their answers:

„WTF?!!“
„Burqa ban? And what to wear in that shit weather?“
„Without burqa, I’ll catch my death!“
„They wanna what? In this weather? F** these dirty b*st*rds!“

Well, one should reflect on the matter once again.

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6 Gedanken zu „Hamburger gegen Burkaverbot

  1. So, Mundwinkel einmal bitte wieder in Neutralstellung bringen. Es folgen unsere Gedanken zum diskutierten Burkaverbot:

    Einer Frau das Burkatragen über rechtliche Zwangsmaßnahmen abzutrainieren wäre genauso Diskriminierung, wie ihr das aufzuzwingen. Lieber sollte man über eine gelebte Willkommenskultur ihre freie Entfaltung unterstützen. Wenn wir bessere Gesetze gegen eine mögliche Diskriminierung von Frauen brauchen, dann keine Kleidervorschrift, sondern eine Form von Gesetzesschutz, den die Betreffende freiwillig nutzen kann und worüber dann bspw. schon in der Schule regelmäßig aufgeklärt wird und entsprechende Ansprechpartner bereit stehen. Absolut kontraproduktiv ist es, jemanden per se zum Opfer zu erklären und ihn/sie retten zu wollen, ob sie/er will oder nicht. Damit würde er/sie erneut zum Opfer gemacht.

    Wenn es um Vermummung geht, dann haben wir dazu bereits Gesetze. Somit wäre es genauso illegal, in Burka an einer Demo teilzunehmen wie unter einer Motorradhaube. Außerhalb von polizeikontrollierten Ereignissen wie Demos lassen sich etwaige kriminelle Handlungen durch Vermummte ohnehin nicht durch Kleidervorschriften unterbinden, denn warum sollten Kriminelle ausgerechnet in diesem Punkt plötzlich was auf Gesetze geben? Natürlich steht eine Burka wie auch eine Motorradhaube und das Einmummeln in Mütze und Schal dem Erkennen auf Fahrausweisen usw. im Weg. Der Fummel müsste dann halt gelupft werden oder der gewünschte Dienst ist nicht verfügbar. Das wurde bisher ja auch so gehandhabt. Bräuchte man dafür ein Verbot, dann müsste auch ein Mützeschalhandschuh- und Kaputzenverbot her.

    Was das Erscheinungsbild in öffentlichen Einrichtungen der Erziehung und Bildung anbelangt, so sieht das etwas anders aus. Solche Einrichtungen sollen alle Menschen gleich behandeln und alle Menschen gleichermaßen inkludieren, unabhängig von ihrem Glauben oder Nichtglauben, ihrem Geschlecht, ihrem Milieu oder sonstigen Unterschieden. Die Burka nun ist ein Symbol der Lebens- und Glaubenshaltung einer bestimmten Gruppe, d.h. wer nicht zu dieser Gruppe gehört, findet sich darin nicht wieder und ist in dem Moment, wo z.B. eine Lehrerin oder Erzieherin Burka trägt, automatisch ausgegrenzt. Haargenau denselben ausgrenzenden Effekt hat auch das Tragen einer Nonnenkutte oder das Aushängen der Räumlichkeiten mit Kruzifixen oder anderen Symbolen, die nur für eine Gruppe gelten. Hier wäre (neben dem Verbot religiöser Symbole) eine verpflichtende Schuluniform für Lehrer und Schüler das weitaus bessere Gesetz, das würde nicht nur diese Probleme lösen, sondern auch das lästige Markendissen zwischen Schülern.

  2. Also ich trage ja lieber Miniröcke. Das mag der Jugend von heute ein wenig altmodisch erscheinen, aber ich finde, dass es meine Figur sehr schön betont.

    • Verehrte Frau von Schnasel, verzeihen Sie die späte Veröffentlichung. Die Eingeweide unseres Blogs hatten sich ein weniglich daran, nu ja, verschluckt. So viel Schönheit war wohl schwer zu ertragen. Wir fanden Ihren Beitrag gerade erst im halb Verdauten und haben ihn – selbstredend – umgehendst freigeschaltet. Wir hoffen, Sie werden diesem Fauxpas mit Milde begegnen und wünschen noch einen wohlfeilen Abend. Es ist ja noch sehr mild heraußen, sodass Sie mit Ihren Reizen noch nicht gezwungen sind zu geizen. Haben die Ehre.

Ein Gedanke von mir:

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