Kein Schwein

Unsägliches Grauen in den Schweine- und Geflügelställen hochrangiger Funktionäre der Tierindustrie, namentlich

  • Paul Hegemann, Vorsitzender des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion (ZDS)
  • Thomas Storck, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Putenerzeuger
  • Helmut Gumpert, Präsident des Thüringer Bauernverbandes
  • Johannes Röring, CDU-Bundestagsabgeordneter, Bauernpräsident in Westfalen-Lippe, Vorsitzender des Fachausschusses Schweinefleisch im Deutschen Bauernverband

Unermüdich säuseln diese Leute Worte wie „Tierwohl“, „tiergerecht“ oder „glückliche Tiere“ in Mikrofone. Und die Mehrheit gibt sich als willfährige Konsumjünger.

In den Ställen jener führenden Lobbyisten hingegen leiden schwer verletzte verdreckte Tiere mit klaffenden Wunden, die im Dunkeln in ihrem eigenen Kot liegen. Der Gestank ist bestialisch, die Tierschützer müssen ihre Aufnahmen zwischenzeitlich unterbrechen. In der Ferkelzuchtanlage von Bauernverband-Präsident Gumpert wurde eine versteckte Kamera installiert. Das Material zeigt eine Frau, die Ferkel auf den Boden schlägt. Bei einem „glückt“ die Tötung nicht und sie klemmt das sterbende Tier unter die Buchtwand. Im Stall des Bauernpräsidenten und Bundestagsabgeordneten Röring, wo katastrophale hygienische Bedingungen herrschen, robbt ein schwerverletztes Schwein, das nicht mehr aufstehen kann, mühsam vorwärts. Der Ammoniakgehalt der Luft ist dort doppelt so hoch wie „erlaubt“, die Schweine haben entzündete Augen und husten, überall schwer verwundete verhaltensgestörte Tiere, in einer Bucht fressen Artgenossen einen Kadaver an.


Tierschützer filmen solche Zustände seit Jahren immer wieder. Diesmal haben sie gezielt führenden Lobbyisten in die Karten geschaut, die derartige Skandale jedesmal als Ausnahme darstellen und mit warmen Worten und aufwändigen Kampagnen ein Bild von Idylle dagegenstellen. Mit der vorliegenden über zwei Jahre angelegten aufwändigen Recherche der Tierschutzorganisation ARIWA wird dieses Trugbild entlarvt. Selbstredend versuchen die im Zentrum der Kritik stehenden Lobbyvertreter dieses Truggespinst sogar noch jetzt unter der Last dieser Bilder aufrecht zu erhalten. Der Anwalt des Bundestagsabgeordneten behauptet dreist, der im Video gezeigte Kadaver sei erst kurz vor der Aufnahme in seinen Stall gelegt worden, soll wohl heißen, die Tierschützer selbst hätten ihn dort abgelegt.

Mutter mit Neugeborenem in einer ganz

Mutter mit Neugeborenem in einer ganz „normalen“ Zuchtanlage

Rosalie (© Land der Tiere)

Rosalie, ein befreiter „Kümmerling“ (© Land der Tiere)

Jetzt hagelt es mal wieder Anzeigen. Geändert haben Anzeigen gegen Tierschutzverstöße bisher wenig – im Gegenteil, diese Industrie wird stetig ausgebaut und Effizienz ist alles. Bei den einzelnen „Produktionseinheiten“ zählt nur der Profit gemäß dem Motto „Schwund gibt es überall.“. Das Leiden jener „Produktionseinheiten“ interessiert keinen.

Berichte zu solchen Skandalen werden fast nur von Leuten angesehen, die sowieso schon Konsequenzen gezogen haben. Auch in unserem Blog sehen wir in der Aufruf-Statistik, wie selten die entsprechenden Seiten oder Videos in unserem Blog angeklickt werden. Schaut der Rest weg und bleibt in seiner Idylleblase oder schiebt die Verantwortung auf „die Politik“? Für uns ist eine solche Haltung schwer erträglich, gerade im Kontrast dazu, dass parallel gerade zwei quirlige kleine Rüsselpersonen in dem Lebenshof eingezogen sind, auf dem wir mithelfen, die man sonst als s.g. „Kümmerer“ oder „Kümmerlinge“ einfach erschlagen hätte – die Schweinezüchter nennen das „Nottötung“.

Was muss ich tun, dass Menschen das Interesse aufbringen und den Mut haben, sich die Realität anzusehen? Verzweifelt, Maria

Danke an ARIWA, Danke an alle Tierfreunde, die Zeit und Mühe und teilweise Bedrohungen für Ihre wichtige Arbeit auf sich nehmen! Danke an jeden, der Schritte unternimmt, das gezeigte Leid zu minimieren und andere zu sensibilisieren!

Header: Eine „normale“, „saubere“ und „tiergerechte“ Schweinezuchtanlage, in der die von Natur aus reinlichen Tiere auf Vollspaltenböden über ihren eigenen Exkrementen „leben“ müssen, und wo die immer wieder geschwängerte Muttersau zur Bewegungslosigkeit verdammt ist. Das volle Bild und weitere stellt Maqi.de für tierrechtliche Arbeit zur Verfügung. Von dort stammt auch das andere Bild aus einer Zuchtanlage.


English summary coming soon.

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