Trump. Und Nun?

Wir sind inzwischen ein bisschen genervt davon, dass nach der US-Wahl jetzt bei Facebook und überall im Internet und in den Medien Weltuntergangsstimmung herrscht und so schockiert getan wird. In den letzten Tagen vor der Wahl war abzusehen, dass es knapp wird und dass die Möglichkeit besteht, dass Trump das Rennen macht. Das ist nun eingetreten.

Und jetzt? (English summary below)

Nein, die Welt ist nicht untergegangen. Nein, der dritte Weltkrieg ist nicht ausgebrochen. Nein, die deutsche WM-Qualifikation ist nicht vergeigt (was statt dessen alles passiert ist, könnt ihr hier nachlesen und ergänzen – Satire!). Die USA haben einen neuen Präsidenten gewählt. Das ist passiert. Punkt. Alles Weitere wird die Zeit zeigen.

Bei allem berechtigten und nachvollziehbaren Schrecken ist nun die Zeit, sich erst einmal zurückzulehnen und die demokratische Entscheidung der US-amerikanischen Bevölkerung zu akzeptieren. Kein Verständnis haben wir für die Krokodilstränen so mancher Politiker wie z.B. Ursula von der Leyen, die sich nun „schockiert“ gibt, oder Angela Merkel, die in ihrer Glückwunschbotschaft die gemeinsamen Werte detailliert auflistet, während ihre Regierung gleichzeitig keine Skrupel hat, wenn es gerade ins Konzept passt auch mit Despoten und Autokraten zu paktieren, die im Gegensatz zu Trump bereits bewiesen haben, dass sie über Leichen gehen, und die ebenfalls sich einen Dreck um die besagten Werte scheren. Der Waffenpakt mit Saudi-Arabien oder der Flüchtlingsdeal mit der Türkei seien nur zwei von vielen Beispielen. Genausowenig ist es angebracht, altklug und voll Häme auf „die dummen Amis“ herabzublicken, während sich hier zu Lande die rechtsextremen Parteien in den Parlamenten breit machen. Besser täten wir jetzt daran, vor der eigenen Tür zu kehren und einem ähnlichen Katzenjammer nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr vorzubeugen.

Erst einmal gilt es jetzt abzuwarten, was Trump tatsächlich macht, und als Politiker professionell darauf zu reagieren. Das bedeutet, hart in der Sache bleiben und die eigenen Positionen konsequent vertreten, aber vor allem auch zu akzeptieren, dass er nun mal zum Präsidenten gewählt wurde. Als Privatperson sollte man weiter daran arbeiten, in seinem eigenen Wirkungsbereich die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, statt in Schockstarre über den großen Teich zu blicken.

Das Wahlergebnis kann jetzt nicht zurückgedreht werden. Trump muss seine faire Chance als Präsident erhalten. Auch ein amerikanischer Präsident ist nicht allmächtig, und auch ein Donald Trump ist eingebunden in ein System aus Abhängigkeiten, Verträgen, Kontrollen, Gesetzen und Randbedingungen, aus dem er nicht einfach so rauskommt. Er wird seine Grenzen früh genug kennen lernen.

Wir wagen sogar die Prognose, dass sein Lieblingsprojekt, die Mauer zu Mexiko, nie realisiert wird.

Also: Entspannt Euch, und tut etwas gegen die AfD, statt Euch über Trump aufzuregen.


Summary: It is a fact that Donald Trump has been elected president, and this has to be accepted. Instead of mourning, one should do what one is able to do in one´s own radius to make the world a better place. You don´t have to like Trump (we don´t), but now it is time to give him a fair chance as president. It is not yet proven that he will be the same asshole as president that he was in the campaign. Moreover, even an american president is not almighty, and Trump will sooner or later reach his limits.

Advertisements

2 Gedanken zu „Trump. Und Nun?

  1. Nun ja mir geht es nicht ums „Wer“ sondern um das „Wie“ Das Auftreten in der Öffentlichkeit sind wie Bewerbungsschreiben oder gar Bewerbungsgespräche. Es geht durch seine Wahl ein falsches, schlimmes Bild in die Welt hinaus. Mit abfälligen Beleidigungen gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen und Menschen, welche US-Staatsbürger, Wähler. im Endeffekt Arbeitgeber für den Präsidenten sind. Für mich komme ich also zu dem Schluss, wenn ich mich irgendwo um eine öffentliche Arbeitsstelle oder ein Amt bewerbe, um so mehr muss ich denunzieren, beleidigen und beschimpfen. Ja dann kann ich alles werden, weil es eben angeblich authentisch ist und ich mich nicht verstelle. Nur authentisch wäre eben auch, wenn er alles was er gesagt hat nun auch ausführt und in die Wege leitet. Wer sich so bewirbt hat auf dieser Stelle nichts zu suchen. Wenn ein(e) Altenpfleger*in oder ein(e) Busfahrer*in in ihrem Bewerbungsschreiben oder Gespräch über einen bestimmten Teil ihrer „Kundschaft“ herzieht, wird dann er/sie eingestellt? Und in diesem Gedankengängen spielt es keine Rolle ob Trump oder Clinton besser wären. …. Ein weiterer Verfall der „Sitten“ Anstand, Respekt, etc nachdem schon ein Herr Barschel, das Ehrenwort mit in die Badewanne nahm.

Ein Gedanke von mir:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s