Aktion in der Hamburger U-Bahn gegen Tierquälerei

(English below) Dass es den sogenannten Nutztieren in Wahrheit nicht gut geht weiß fast jede/r. Dennoch ist in Büchern, Lexika, auf Verpackungen und Plakaten ein völlig anderes Bild allgegenwärtig. Dieses falsche Bild sickert ins Unterbewusste und übertüncht die Wahrheit ähnlich wie eine Droge. Deshalb ändert sich so wenig – und darum ist es so wichtig, dem ein Bild der Wahrheit wenigstens gegenüberzustellen.

Am Samstag fand in Hamburg zum wiederholten Mal eine besondere Aufklärungsaktion statt:

Nicole und Maria (Foto: Jennifer Nielsen)

In kleinen Teams sind wir in S- und U-Bahnen gestiegen, um den Leuten zu zeigen, wie es den Tieren ergeht, die für Fleisch, Milch und Eier leiden und sterben. Auf mitgebrachten Pads und Laptops wurde ein Kurzfilm ohne Ton in Endlosschleife abgespielt, der das alltägliche Leid dieser Tiere zeigt. Wir trugen weiße Masken, nicht nur als Blickfang, sondern vor allem, weil sie den Leuten helfen, hinzuschauen, ohne sich durch Blicke taxiert zu fühlen – die Masken schaffen ein wenig Distanz. Neben den erschütternden Bildern präsentierten wir auf einem Plakat den Ausweg aus dem Leid: „Du kannst es ändern!“ war auf unserem zu lesen.

Die Reaktionen der Leute reichten über krampfhaft Wegsehen, finster Gucken, Flüstern und Tuscheln über betroffen Hinschauen bis hin zu Weinen. Sogar ein Gespräch mit zwei erst flachsenden und dann sehr ernsthaften Jungen (ca. 17 bis 19) hat sich ergeben. Als einer der beiden „Oh Nein! Guck doch mal, die armen Schweine!“ rief, da musste ich weinen. Das konnte allerdings keiner sehen, so hat also auch mir die Maske geholfen. Ich war sehr froh darüber, dass offensichtlich vielen Leuten diese Dinge nicht egal sind. Die beiden Jungs diskutierten tatsächlich darüber, wie es wäre, das nicht mehr mitzumachen und einfach vegan zu werden. Wenn in den Bahnen eine Person Reaktionen zeigte, dann trauten sich auch andere, hinzuschauen und Gefühle zu zeigen. Eine Mitwirkende von uns brachte es auf den Punkt: Jede Reaktion, ob ablehnend, interessiert oder traurig, ist ein Zeichen dafür, das es den Leuten nicht egal ist.

Mir hat gut getan zu sehen, dass es den Menschen nicht egal war. Vielleicht denkt mancheine/r spätestens beim nächsten Impuls (Doku, Zeitungsartikel) darüber nach, selbst daran etwas zu ändern. Es wird ja zum Glück immer leichter.

Übrigens bin ich tatsächlich eher schüchtern und hatte vorher ziemlich Lampenfieber, aber dann ging es! Mir half meine Überzeugung von der Wichtigkeit einer solchen Aufklärung. Es wird nicht die letzte Aktion sein. Zusammengefunden hatten wir uns über DXE (Link unten). Doch jede/r kann so eine Aktion machen – Laptop oder Pad haben alle und wer eine Maske tragen möchte, kann sie überall für kleines Geld bestellen. Mit sehr wenig Aufwand wird eine immense Wirkung erzielt.

Sicherheitsdienst bei stolzer Pflichterfüllung

Die Aufstellung fürs abschließende Gruppenfoto wurde vom Bahnhofs-Sicherheitsdienst gestört. Das Foto war allerdings längst in der Kiste und wir taten den Warnwestlern den Gefallen zu gehen. Der eine triumphierte richtig und plärrte uns hinterher, er ginge jetzt erstmal zu KFC. So hatte der dank uns auch mal seine Sternstunde.

Links:
  • Wie ich das Grauen beenden kann – leidfrei futtern leicht gemacht: Vegan werden – Eistieg (vegpool.de)
  • Selber solche Aktionen starten: directactioneverywhere.com oder in den sozialen Netzwerken nach DxE [Deine Stadt] suchen.
  • Ohne Blick auf die Wahrheit keine Veränderung. Hier der Kurzfilm, den wir gezeigt haben:

    Du kannst es ändern.

English: A special enlightenment event took place in the Hamburg subway: Several small groups of animal rights activists have shown passengers a short film about the normal daily animal abuse (youtube video above). They were also holding up posters, saying: „You can change it!“ or „You can help them!“ The reactions ranged from evil glances to interested watching until weeping. Some people entered into dialogue with one another.

I, Maria, was member of one of the subway teams. Normally I’m shy. But it is too important to shake people into action. It is important to show those pictures, because mostly we see illusions of happy farm animals. This influences us, so nothing changes. But it has to change. For the animals AND for us – and not least to save the basis of life on earth, because most poison, most pollusion, most cruelty and most destruction of habitats ist caused by animal farming. We must stop this.

 

How to take action:

 

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4 Gedanken zu „Aktion in der Hamburger U-Bahn gegen Tierquälerei

  1. selbst etwas ändern? solange sich alle selber was vormachen, solange immer nur andere die schuld tragen, solange muss keiner irgend etwas ändernn, solange, wird es nur mehr oder weniger dreckig zugehen, doch dreckig wird es bleiben!

    • Moin Einsiedler! 🙂
      Das ist auch unsere große Angst und trifft ja genauso auch auf andere Bereiche zu. Insgesamt zittert sich die Lernkurve in Auf- und Abbewegungen nach oben. Destruktive Dinge gewinnen allerdings noch schneller an Schlagkraft, etwa die extreme Umweltverschmutzung, Landraub, Hunger usw. Ein großer Teil davon hängt unmittelbar mit der Tierausbeutung und der immensen „Nutztierproduktion“ zusammen. Trotzdem auch die Hoffnung, dass große Teile der Menschheit Grausamkeit ver- und Verantwortung lernen. Die Tierindustrie jedenfalls sieht Handungbedarf angesichts der für sie negativen Entwicklung – sie hat aufgerüstet und hat inzwischen ihren Werbe-Etat für Imagekampagnen (z.B. Unterrichtsmaterialien für Lehrer, Webauftritte, Aktionen zur „Verbraucheraufklärung“ usw.) verdoppelt.

Ein Gedanke von mir:

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