Die schwarze Bache

Richte Dein Aug‘ nach innen, schweige und guck:
Schwarze Mütter beäugen stolz
das Spiel der Kinder im Unterholz,
der dunklen Brut im Streifenschmuck.

Es ist lange her.

Die Mütter sind gemordet, ihre Kinder gefasst.
Sie wurden inzwischen so lang schon geraubt.
Keines davon hat je an Freiheit geglaubt.
Man hat sie verwandelt und angepasst.

Sieh‘! Löst dort sich ein Schatten im Nebel der Nacht?

Das schwarze Schwein
Es sinnt um Rache.
Die schwarze Bache
Sie sucht Dich heim.

Es gab neue Mütter, neue Kinder-Kindeskinder.
Es sind viele, man zieht sie versteckt,
damit niemand das Grauen entdeckt
im Jammertal im ewigen Winter.

Sieh‘ nicht weg!

Gebrochene Mütter, eingepfercht zur Ernte ihrer Brut.
Schwächliche Kinder schlägt man gleich tot.
Geschunden wird jedes. Die Trauer trägt Rot.
Die Schreie verhallen, es mehrt sich das Blut.

Sieh‘ ins Dunkel, löst sich dort eine Gestalt?

Das schwarze Schwein
Es sinnt um Rache.
Die schwarze Bache
Sie sucht Dich heim.

Kein rosa Kind spielt im Unterholz
Ammoniak statt Waldgeruch
Das kurze Leben ein einziger Fluch.
Selbst die Täter sind ohne Stolz.

Warum? Warum?

Es humpeln gebrochene Füße und Seelen
mit letzter Kraft vom Todesgefährt.
Sie werden unter Schlägen heruntergezerrt.
Man wird sie heute das letzte Mal quälen.

Sieh‘ hindurch durch die Schreie und das Blut:

Das schwarze Schwein
Es sinnt um Rache.
Die schwarze Bache
Sie sucht Dich heim.

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3 Gedanken zu „Die schwarze Bache

  1. Pingback: Ich werde geliebt, sofern, im Falle, wenn | Das Stefmarian

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